Warum Standard-Oberschränke hier scheitern
Ein Serienoberschrank hat eine feste Höhe. Unter einer 35-Grad-Schräge bleibt dann entweder eine breite Lücke oder ein Schrank, der die Schräge durchstößt. Beides kostet Stauraum und sieht nach Provisorium aus. Wir zeichnen die Schräge als Linie in den Entwurf und staffeln die Schränke entlang dieser Linie.
Drei erprobte Lösungen
Erstens: abgestufte Oberschränke mit gleicher Oberkante, sodass die Fugen waagerecht bleiben. Zweitens: offene Regale in der niedrigen Zone, in der niemand mehr eine Tür öffnen könnte. Drittens: eine durchgehende Arbeitsplatte in voller Tiefe, die die Schräge als Fläche nutzbar macht. Welche Kombination passt, entscheidet die Kniestelle.
Aufmaß: worauf es ankommt
Wir brauchen die lichte Höhe an drei Punkten der Schräge, die Kniestelle, den Wandabstand der Traufe und die Lage von Dachfenstern oder Lüftung. Diese vier Angaben genügen für den ersten Entwurf. Vor der Produktion kommt das verbindliche Aufmaß, weil Altbaudächer fast nie gerade sind.
Arbeitshöhe und Ergonomie
Unter der Schräge sitzt oft die Spüle oder das Kochfeld, weil dort die Anschlüsse liegen. Dann muss die Arbeitshöhe zur Körpergröße passen, nicht zur Schräge. Wir prüfen, ob eine 86 cm oder 90 cm hohe Zeile vor der Schräge funktioniert, und verschieben Funktionen, wenn der Kopf sonst anstößt.
Licht, Farbe und Material
Dachschrägen schlucken Licht. Helle matte Fronten und eine Arbeitsplatte in ähnlichem Ton halten den Raum offen. Eine indirekte Beleuchtung unter der Schräge hellt die niedrige Zone auf. Für die Fronten empfehlen wir beschichtete Oberflächen, weil sie in Nischen leichter zu reinigen sind als Furnier.